Karl Wiesingers Hochzeitsessen – Literaturwissenschaftliche Exkursion nach Linz

Am 17.12.2019 besuchte eine Gruppe Studierender im Rahmen einer Exkursion mehrerer literaturwissenschaftlicher Seminare des Bachelor- und Masterprogramms das Literaturaus in Linz. Das Literaturhaus gehört zusammen mit dem oberösterreichischen Literaturarchiv zur Einrichtung „StifterHaus“. Unter einem Dach finden sich hier ein Veranstaltungs- und Ausstellungsbereich, umfassende Archive, sowie  eine Museumsfläche in der ehemaligen Wohnstätte des namensgebenden Literaten. Der Besuch der Budweiser Gruppe beschränkte sich räumlich zwar auf einen Besuch des Literaturhauses, der Veranstaltungs- und Ausstellungsfläche also, erschöpfte sich inhaltlich jedoch keineswegs darin. Eine umfangreiche Ausstellung zu Werk und Leben des gebürtigen Linzers Karl Wiesinger (sowie geschickt miteingebunden seines Alter Egos, des Bauern Max Maetz) bot den Rahmen für eine intensivere Auseinandersetzung mit Programm und Mission der einzelnen Organe des Stifter-Hauses. Umfangreiche historische Dokumente und Kleinodien begleiten dabei exemplarisch die einzelnen Lebens- und Schaffensabschnitte des Autors: Fotos, Zeitungstexte, Bücher, oder etwa eine Speisekarte der Wiesingerschen Hochzeit. Mitarbeiterin MMag. Julia Brunner stellte die Einrichtung vor und widmete sich anschließend den Fragen ihres Budweiser Publikums.

So hat sich das Literaturhaus vornehmlich der oberösterreichischen Gegenwartsliteratur verschrieben. Im Programm werden gleichermaßen Vorträge und Lesungen angeboten, sowie Buchvorstellungen, Diskussionen und dergleichen mehr. Der regionale Fokus des Hauses wird dabei regelmäßig durch internationale Angebote kontrastiert, mit dem Ziel einer Verortung der Literatur des Bundeslandes im europäischen Kontext. Gleichfalls werden aktuelle Forschungsergebnisse, etwa in Ausstellungen, präsentiert. Das hauseigene Literaturarchiv führt zudem nicht nur historische Dokumente, sondern nimmt dezidiert auch Vorlässe zeitgenössischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller auf. Die Archivalien können, wie die Bestände der Präsenzbibliothek des Hauses, für wissenschaftliche Arbeiten eingesehen werden. Am gefragtesten natürlich: Adalbert Stifter.

Im Anschluss an die Gesprächsrunde hatten die Studierenden noch die Möglichkeit, die Ausstellung zu erkunden und dem Lebensweg des Autors nach Belieben durch den Raum zu folgen.

geschr. von Christoph Schlenker