Vom 9. 1. - 13. 1. 2017 fand am Institut für Tschechisch-Deutsche Areale Studien und Germanistik ein Deutsch-Tschechischer Workshop unter dem Titel „Bach und Bier – Aspekte bayrisch-böhmisch-sächsischer Kultur in Geschichte und Gegenwart“ statt. Mit der früheren DAAD-Lektorin des Instituts, Dr. Anja Ference, kamen 10 Studierende der Universität Leipzig, um sich mit 10 Studierenden der Südböhmischen Universität in České Budějovice und ihrem Leiter Doc. Dr. Jürgen Eder auf Spurensuche innerhalb einiger reizvoller kultureller Schnittmengen zu machen. In zwei jeweils paritätisch geteilten Gruppen erarbeiteten und präsentierten sie „Brautraditionen in Bayern und Böhmen“ sowie „Höfische Kulturen in Kunst und Musik in Sachsen und Böhmen“. Während bei den höfischen Kulturen das 17. Und 18. Jahrhundert im Mittelpunkt stand, konzentrierte sich die andere Gruppe mehr auf gegenwärtige Aspekte einer Bier-Kultur in beiden Ländern. So wurden u.a. Bier-Feste, das Bier als Thema und Motiv der Künste, die „Ikonographie“ des Bieres z.B. in der Werbung, oder auch Bier im Kontext von Religion und Gender erörtert. Dazu wurde ein kleines Deutsch-Tschechisches Wörterbuch zur Alltagssprache beider Länder in Sachen Bier erstellt, das vielleicht in Zukunft den einen oder anderen Besuch in einer Kneipe des jeweiligen Nachbarlandes etwas einfacher machen kann. Im anderen Teil wurden die Feste am Dresdner Hof in Augenschein genommen, die zur Repräsentation des Königs von Sachsen dienten, dann die Bedeutung böhmischer Musiker für den Dresdner Hof, insbesondere die Person von Jan Dismas Zelenka. Auch dem Instrumentenbau im sächsisch-böhmischen Musikwinkel wurde eine Präsentation gewidmet.

Der Workshop wurde ergänzt um einen wissenschaftlichen Vortrag von Frau doc. PhDr. Marie Ryantová, CSc. (Ústav archivnictví FF JU) zum Thema „Böhmische Exulanten in Sachsen nach der Schlacht am Weißen Berg“ sowie Exkursionen in die Brauerei Budvar, mit einer Brauerei-Führung durch Herrn František Funda, und einen Besuch im Barocktheater in Český Krumlov, den die Mitarbeiterin des Instituts, Mag. Markéta Ederová ermöglichte.

Neben diesem „offiziellen“ Teil des Workshops gab es Zeit und Gelegenheit für die Studierenden, sich auch privat näher und besser kennen zu lernen. Davon, hört man, ist ausgiebig Gebrauch gemacht worden, Gegenbesuche in Leipzig sind schon verabredet! Überhaupt verlief die gesamte Veranstaltung in einer ungewöhnlich offenen, beinahe freundschaftlichen Atmosphäre, wie das bei solchen Kurs-Veranstaltungen nicht allzu oft vorkommt.

Der gesamte Workshop wurde maßgeblich vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert, ohne ihn wäre seine Durchführung nicht möglich gewesen. Aber auch die Filosofische Fakultät der JCU sowie das Goethezentrum Budweis beteiligten sich mit großzügiger finanzieller wie logistischer Unterstützung. Die Leiter wie die Studierenden bedanken sich dafür herzlich!

 

České Budějovice, Januar 2017